Sie galt in den letzten Jahren als eine der Top Versicherungen für Selbständige, die mit geringen Prämien vernünftig abgesichert sein wollten – die Central Krankenversicherung. Doch jetzt zieht sich der Versicherer zum 01. August 2011 aus dem Billigsegment zurück und stellt den Verkauf des Tarifs Ecoline ein. Die Begründung – der Tarif sei für die Gesellschaft nicht rentabel. Damit folgt die Central dem Branchenprimus DKV, die zum Jahresende das Marktsegment der Billigtarife aufgibt.
Das Problem der günstigen Tarife – Hohe Außenstände
Es ist offenbar der Eigenschaft der günstigen Prämien geschuldet, dass gerade die Tarife im Billigsegment von hohen Beitragsrückständen betroffen sind. Dies gilt umso mehr bei einem hohen Anteil von Selbständigen in der Versichertenstruktur. Zwar sind die Billigtarife aufgrund ihrer günstigen Preise bei Selbständigen beliebt, doch selbst die Niedrigprämien können schon nach kurzer Zeit nicht mehr gezahlt werden. Das wiederum ist erstaunlich, denn bei einer Selbstbeteiligung von 1.200 Euro bezahlt ein 30 Jahre alter Mann im Ecoline-Tarif gerade noch 125,05 Euro im Monat.
Mit der Schließung des Ecoline-Tarifs will sich die Central zukünftig mehr auf das Hochpreissegment konzentrieren. So soll auch der günstigste Einsteigertarif für einen 30 Jahre alten Mann in Zukunft erst bei 217,43 Euro pro Monat beginnen – bei einer Selbstbeteiligung von nur noch 1.000 Euro.
Man darf gespannt sein, die die neue Ausrichtung der Central bei den Versicherten ankommt. Die Zukunft heißt „Plus- und Topline-Segment“ anstelle Billigtarif – man wird sehen, wie die Versicherten diesen Strategiewechsel der Nummer fünf auf dem deutschen Krankenversicherungsmarkt annehmen.

