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GKV
Krankenzusatzversicherung
Wie werden die Beiträge der PKV berechnet und können sie nachträglich erhöht werden?
Um diese Frage zufriedenstellend zu beantworten, müssen die Grundlagen, auf denen die Beiträge der privaten Krankenversicherung beruhen ausführlicher beleuchtet werden. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Versicherungen, welche keine Vorsorge für das Älterwerden aufbauen und nach dem Umlageprinzip wirtschaften, arbeiten die privaten Versicherer nach einem vollkommen anderen Verfahren. Sie wenden für ihre Tätigkeit das sogenannte Kapitaldeckungsprinzip an, das auch bei anderen Versicherungsarten zum Einsatz kommt. Die Beiträge werden so kalkuliert, dass die Kosten, welche dem Versicherungsunternehmen zukünftig entstehen, bereits in die Beiträge einfließen.
Um die Risiken objektiv bewerten zu können, dienen Alter, Geschlecht und die bisherige Krankengeschichte als Grundlage der Kalkulationen. Dies erklärt auch, warum die Beitragszahlungen am Beginn der Versicherungszeit in der privaten Krankenversicherung höher ausfallen, als wie zur Deckung der Leistung in jungen Jahren eigentlich nötig wäre. Ein Teil der Beträge fließt in die Altersrückstellungen, welche durch den Versicherer angelegt werden und eine entsprechende Rendite erwirtschaften. Die deutsche Versicherungswirtschaft geht davon aus, dass die anfallenden Leistungen im Alter die Krankheitskosten in jungen Jahren um das bis zu 10-fache übersteigen. Diese Rückstellungselemente werden allerdings nicht für jedes Mitglied der privaten Krankenversicherung individuell gebildet, sondern fließen dem gesamten Versichertenpool zu. Damit soll verhindert werden, dass durch Kündigungen zuviel Kapital aus den Altersrückstellungen abfließt. Scheiden Versicherte aus der Versicherung aus, so fallen deren Anteile den verbleibenden Mitgliedern zu. Den gesetzlichen Rahmen für die Ermittlung der einzelnen Beiträge bildet das Versicherungsaufsichtsgesetz.
Den privaten Krankenversicherern wird von Seiten der Bundesrepublik Deutschland auch das Recht eingeräumt, ihre Beiträge nach Vertragsabschluss zu erhöhen. Es liegt auf der Hand, dass keine versicherungsmathematische Formel alle zukünftigen Kostenfaktoren berücksichtigen kann. Aus diesem Grund führen die Unternehmen in regelmäßigen Abständen Überprüfungen durch, inwiefern die erhobenen Beiträge sich mit den tatsächlichen Kosten noch decken. Wird dabei festgestellt, dass die Differenz einen gewissen Prozentsatz übersteigt, kann die Höhe der Beiträge an die veränderte Situation angepasst werden. Ursache einer Beitragsanpassung kann unter anderem eine gesetzliche Neuregelung der Bewertungsrichtlinien sein, wie zuletzt zum Jahreswechsel 2007/2008 durch das Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, AGG.
